
Zu diesem Thema hatte der Ortsverein Aichwald der SPD in die „Linde“ in Aichschieß eingeladen.

Zu diesem Thema hatte der Ortsverein Aichwald der SPD in die „Linde“ in Aichschieß eingeladen.
Die Ortsvereinsvorsitzende Kerstin Binder begrüßte die zahlreichen Gäste und den Referenten Walter Bauer, Schulleiter der großen Realschule Leinfelden Echterdingen, der auch politisch als Gemeinderat und Kreisrat der SPD unterwegs ist. „G 8 oder G9“, „2- oder 3-Säulen-Modell“, „Gemeinschaftsschule“ mit welcher Konzeption? Stirbt die „Werkrealschule“ durch die Abstimmung der Eltern mit den Füßen?
Der Referent, selbst engagierter und erfahrener Lehrer beurteilt Schulsystem, Schulen und Lehrerschaft generell positiv: leistungsstark, fachlich und sozial engagiert, auf die Kinder und deren Zukunft in einer sich stark ändernden Welt ausgerichtet. Es gebe natürlich Veränderungsbedarf, und deswegen müsse Schule in Bewegung sein und bleiben. Allerdings gebe es noch eine ganze Reihe von offenen Fragen in einem politisch noch offenen Willensbildungsprozess: Wird G8 neben G9 Kinder, die schnell lernen, und Kindern, die mehr Zeit brauchen angemessene Wahlmöglichkeiten bieten? Ist „Inklusion“ wirklich die Möglichkeit, wie auch immer behinderte Kinder zu fördern und in die Gesellschaft zu integrieren und gleichzeitig schnell lernende Kinder ebenfalls zu fördern und nicht zu bremsen. Sollen bewährte Förderschulen geschlossen werden? Kann die Gemeinschaftsschule das (flächendeckend) leisten? Und wenn sie es wirklich leisten könnte, was nach Meinung des Referenten nicht sicher sei, steht das für die Gemeinschaftsschule als Voraussetzung notwendige Geld wirklich zur Verfügung? Das wurde allgemein bezweifelt. Noch überwiegen die Fragen an die Politik und ihre Antworten. Und an die Frage nach der Schule in Bewegung schließt sich die Frage nach den Hochschulen in Bewegung an: Schule ist Voraussetzung für Hochschule, deren Abbrecherquoten zu hoch sind. Das Ziel wäre, leistungsstarke und leistungsschwächere Jugendliche gleichermaßen zu fördern. Vielleicht gibt es hierzu Beispiele im Ausland, von denen man lernen kann. Einig waren sich alle Anwesenden, dass sich das Thema nicht für einen ideologischen parteipolitischen Streit eignet. Hier gibt es Beispiele in anderen Bundesländern für eine parteiübergreifende Diskussion und Lösungen! Und was gut gemeint ist, muss dann auch gut gemacht werden. Dazu bedarf es Zeit und Geld, viel Geld, und auch das Experiment. Einigkeit bestand, dass die Privatschule keine Alternative sein darf!
Der SPD-Ortsverein Aichwald hat sich vorgenommen, wichtige politische Themen zur Diskussion der Bürgerinnen und Bürger zu stellen. Es ist über die Grenzen des Wachstums mit Paul Schobel diskutiert worden. Erhard Eppler hat erläutert, wie er sich eine solidarische Leistungsgesellschaft vorstellt. Jetzt ist engagiert über die Zukunft des Schulsystems geredet worden. Das betrifft auch unsere Aichwalder Schule. Die Reihe soll fortgesetzt werden. Haben Sie Themenvorschläge? Dann melden Sie sich bei uns (www.spd-aichwald.de) oder telefonisch bei K.Binder (0711-46926698).
Jürgen Blum, SPD-Ortsverein Aichwald