Karin Roth: Der Stuttgarter Fernsehturm schreibt Baugeschichte

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Der Stuttgarter Fernsehturm erhält heute den Titel "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland". Er wird nach dem Schiffshebewerk in Niederfinow und der Göltzschtalbrücke als drittes Ingenieurbauwerk mit dieser Auszeichnung gewürdigt.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Karin Roth sagte bei der feierlichen Übergabe der Plakette: "Der Stuttgarter Fernsehturm war eine Revolution im Turmbau. Die neue Stahlbetonkonstruktion hat weltweit Maßstäbe gesetzt und viele Nachahmer gefunden. Die Eleganz des schlanken Fernsehturms ist dennoch unübertroffen geblieben. Der Turm verbindet Schönheit mit Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. Er ist damit sehr zu Recht Wahrzeichen der Stadt Stuttgart und ihrer Region."

Der Fernsehturm ist der weltweit erste Fernsehturm, der in Stahlbetonbauweise gebaut wurde. Er wurde vom Ingenieur Fritz Leonhardt gemeinsam mit dem Architekten Erwin Heinle konzipiert. Grundlage war die Idee eines eleganten Stahlbetonturms, dessen Turmkorb auch touristisch genutzt werden konnte. Der Vorteil für den Süddeutschen Rundfunk zeigte sich bereits nach kurzer Zeit: Die Baukosten in Höhe von rund 4,2 Millionen Mark wurden durch die Eintrittspreise der Besucher bereits in fünf Jahren amortisiert. Der Turm wurde 1954-55 gebaut und ist 216,61 Meter hoch.

Die bis dahin in der Turmkonstruktion üblichen Stahlgittermaste konnten im Vergleich zur Stahlbetonkonstruktion Windschwingungen schlechter abdämpfen und hatten aufgrund hoher Eislasten oftmals statische Probleme. Die Betonbauweise setzte sich ab Mitte der 50er Jahre weltweit durch.

Das Bundesbauministerium unterstützt die Auszeichnung historischer Ingenieurbauwerke als Teil der Initiative Architektur und Baukultur. Die Auszeichnung wurde von der Bundesingenieurkammer ins Leben gerufen, um die Bedeutung der Ingenieurbauwerke für das Stadtbild hervorzuheben und die Rolle der Ingenieurinnen und Ingenieure an der Gestaltung unserer Umwelt zu betonen. Damit sollen auch neue Generationen für das Bauingenieurwesen interessiert werden und die Leistungsfähigkeit des deutschen Bauingenieurwesens international dokumentiert werden.

 

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